Dieser Teil der Geschichte entstand auf meinem alten Sever in der Zeit von September bis Oktober 1997. Ich habe in einzel gestellt, da bis jetzt über ein halbes Jahr vergangen sind. Ich hoffe trotzdem, daß viele mit schreiben.

VORGESCHICHTE

Es war im Jahr xy als Harry durch heute noch unerklärlichen Grund das Licht der Welt erblickt. Einige x-tel später folgte im dann David. Und so lebten die beiden eine lange Zeit von x-tel und y-tel in zwei ganz verschiedenen Welten, bis sie eines Tages, durch puren Zufall aufeinander trafen und sagen wir mal gute Freunde wurden.
Nachdem wir nun wissen, das Harry und David nach einer lagen Zeit durch reinen Zufall gute Freunde wurden, könnte man meinen, das nun die Vorgeschichte beendet ist und mit der wahren Geschichte begonnen werden könnte. Aber, wie es ja immer so im Leben ist, gibt es da noch etwas in der Vorgeschichte, was für die Geschichte wichtig ist.
An einem Abend in dem Jahr yx, es ist der Abend, wo später einmal die Geschichte beginnt, sitzt David Zuhause in seinem Wohnzimmer und leert langsam eine Flasche Jack Daniels, während er auf seinen guten Freund Harry wartet. Dieser sitzt zu gleichen Zeit in der U-Bahn und versucht sich an einem Kreuzworträtsel, in dem er auf die Frage stößt:" Redewendung: Von ......,kommt ...... !". Und mit dieser Frage beginnt nun die Geschichte.


Zwiegespräch

Aus bisher unerklärlichen Gründen beginnt nun an diesem Abend, in dem Jahr yx, die Geschichte mit der Kreuzworträtsel Frage "...".


Sep 23, 1997
Alexander Papa
Nach eine kurzen Zeit kam Harry bei David an, aber wie so üblich eine halbe Stunde zu spät. "Na hast du wieder die Haltestelle verpast ?", fragt David Harry. "Ne...in", antwortet Harry, "...ich habe an dieser Kreuzworträtsel gerätselt und bin dabei an der Haltestelle vorbei gafahre." "Was ist denn an diesem Kreuzworträtsel so toll, daß man die Haltestelle verpast ?", fragt David.

Sep 23, 1997
david
"Ach...ist doch egal......wie ich sehe, hast Du einen guten Tropfen am Hals..!!". Doch david ging gar nicht auf diese Bemerkung ein und leerte die Flasche mit einem Schlag und grinste. Wohlige Schauer durchliefen Ihn. "Mmmhhh..nu isse leer...Schade...". "Aber ich hab doch noch eine" unterbrach er sich. David sieht immer noch so aus wie damals - kein deut älter dachte sich Harry und schaute sich um. Als erstes viel ihm ein riesiges Ölgemalde auf, was mitten an der Wand hing. Durch die offene Tür konnte er einen Blick in die Küche werfen. Unordentlich wie eh und je - das lernt er wohl nie...! "Schön das Du endlich einmal Zeit gefunden hast, mich zu besuchen", sagte david und holte noch eine Flasche Jack Daniels aus dem kleinen Schrank neben dem Fernseher........

Sep 24, 1997
header
....es vergang einige Zeit, in der sich Harry das riesige Ölgemälde an der Wand betrachtet. Es war eines dieser, die mollige Frau ohne Kleidung darstellen. Im ersten Moment glaubte er, daß dieses Gemälde von Rubens sein. Doch nach einer kurzer Zeit verwarf er wieder diesen Gedanken, da sich David gewiß keinen Rubens leisten kann. Aber von wem könnte die Gemälde sein ......

Sep 24, 1997
Benno
Am nächsten Tag gingen David und Harry in die City, wobei Harry immernoch an das Gemälde dachte. Eigentlich gut gesättigt, spazierten sie an einer Imbishalle der McKing-Kette vorbei. Harry konnte nicht widerstehen und fragte nach einem Burger mit Salmo salar. "Sie meinen Salmonella", entgegnete die Verkäuferin, "damit versetzen wir alle unsere Produkte, da dieser Zusatz darmreinigend wirkt und außerdem wird dem Immunsystem die Möglichkeit gegeben Antikörper zu bilden". "Ich bin überrascht, wie besorgt Sie um unsere Gesundheit sind", antwortete Harry, biß in seinen Salmoburger und nahm zur geschmacklichen Abrundung einen großen Schluck aus seiner Flasche mit Rheinwasser, das er sich wöchentlich aus Rotterdam zuschicken läßt. Wieder auf der Straße stehend, umkreisten Myriarden von Fliegen elegant die aus Harrys Gesicht herausragende Nase und legten mit mütterlicher Fürsorge ihre zarten, runden Eier auf Harrys einzig verbliebenen Schneidezahn. Aber wo war David geblieben? War ihm etwa der aus dem etwas anderen Restaurant strömende Geruch nach gut durchgegorenem Fleisch zuwider? Harry machte sich auf den Weg David zu suchen. Schlendernden Schrittes wanderte er aus der Stadt, der untergehenden Sonne entgegen, die dem Herbstlaub der Straßenbäume einen goldenen Glanz verlieh. Er schlenderte an einer Eiche vorbei, ohne den Eichelhäher beim Putzen seines Gefieders zu bemerken, er schlenderte an einer Birke vorbei, ohne den Birkelhäher zu bemerken, wie er genüßlich an einer Nudel knabberte, worauf die Birke dann erzürnt ihr Laub abwarf. Er kam zu einer letzten Stätte der Begegnung für Verblichene, die er gerade überqueren wollte, als aus einem Gulli eine tiefe Stimme ertönte: "Jüngling wohin schreitet Ihr des Weges? Wollt Ihr meine letzte Ruhe stören in der Erden Finsternis?". "Oh verzeihet großer Dichter,", entgegnete Harry "ihr seid es, der sich unter uns befindet. Welch' große Ehre meines kleinen Geistes. Sagt, wie geht es euch?". "Oh, werter Jüngling, kaum war ich umgezogen, stillten des Wurmes Plagen ihre Fleischeslust an mir. Nur meine gut durchtränkte Leber und mein Hirn, das ihnen wenig Nahrung bot, ließen sie in Ruhe. Aber wer seit Ihr Jüngling?". "Ich bin Werthers Echter", entgegnete Harry unwissend. "Werthers Echter? Gehet von mir, Ihr Leibesfrucht der Medusa. Nehmt dieses Karamellbonbon, es möge Euch den letzten Zahn noch rauben!", sprach ein entzürnter Dichter und zog sich in das Schweigen zurück. Harry schlenderte indes weiter, ohne zu wissen welch' große Bedeutung diese Begegnung viel viel später für ihn noch haben wird. Angekommen an einem alten Bahnhofsgebäude, ging er in die ehemalige Waretehalle und entdeckte vor ihm, in dem spärlich belichteten Raum, die Silhouette von David. Dieser starrte auf einen alten schwarzen, mit blauen und roten Scheinwerfern angeleuchteten Mann, der auf einem klapprigen Stuhl kauerte und aus seiner Tasche, eine mit Kojotenzähnen besetzte Mundharmonika zog. Als der alte Mann in seine Mundharmonika bließ, ging Harry ein Schauer über den Rücken. Man fühlte sich in die Zeit der Plantagenarbeit zurückversetzt. Mit jedem Mundharmonikaakkord spürte man die Peitsche des Plantagenbesitzers im Genick und unter der glühend-heißen Sonne Louisianas lechtze die Zunge nach dem schlammigen Wasser des Missisippi. Harry nahm eine Schluck aus seiner Rheinwasserflasche. Aber wo war David geblieben?

Sep 26, 1997
Pegas
"Es war immer ein Blues der meine Seele dreht und wendet und der ansonsten stillen Geburt meiner Gedanken diesen einen pegasusgleichen Flug bescherte!" dachte David als er die traurige Melodie vernahm, die aus der Ferne wie durch einen Nebel gefiltert zu ihm drang. "Whiskey und Blues dachte er plötzlich, und im gleichen Moment erschien ihm eine altes Foto von B.B. King vor Augen." Er drehte sich um und fragte sich wie er wohl in dieser Gegend landen konnte. "Was ist nur los mit mir? Seit Wochen saufe ich eine Flasche Whiskey nach der anderen, aber ich verliere meinen Blues!" Diesem Gedanken folgend ging er begleitet von entfernt klingenden Phrasen der Mundharmonika mit gebeugten Schultern und gleichsam gesenktem Kopf die unbelebte Straße hinab. "Liegt es an der Trennung von Nadja? - Ach, Nadja, wie lange ist das schon her. Dabei erscheint es mir seit einigen Tagen geradeso als wäre es erst gestern gewesen. Irgendwie muß das Gemälde an der Wand mit den vermehrten Gedanken an Nadja zusammenhängen. - Liebe Tante Marianne - weiß nicht ob ich über Dein Erbstück sonderlich glücklich bin. Dieser neuhistoristische Schinken mit üppigen Venuschen Formationen, einem Klassiker nachempfunden, paßte wie die Faust aufs Auge. Ich liebe ihn wie den röhrenden Hirsch über der blumigen Couch in einem Zimmer im Stil Schalker Rokoko" Irgendwie mußte er bei diesem Gedanken leise vor sich hinkischern. "Mann, bin ich jetzt total verblödet?" Doch schlagartig wechselte seine Stimmung als er Nadjas tieftraurigen Blick vor sich sah als Sie ihm seine Schlüssel für immer zurückgab. Die Worte die diese Zeremonie begleiteten kann er nicht vergessen. Sie sagte ihm zum Abschied:"

Sep 28, 1997
Franz
Nach Nadjas Trennung hatte er sich lange gefragt, was er falsch gemacht hatte. Er war sogar in psychologischer Behandlung gewesen. Aber all das bohren in der Vergangenheit - Familienstrukturen, Sündenbockmechanismen, Aufarbeitung des Scheidungstraumas - hatte es was gebracht ? All das war in früher Kindheit geschehen. Aber abgesehen davon, das er sich nun an mehr erinnern konnte, was nicht unbedingt befriedigender war, hatte sich sein Leben schnell wieder in den alten Bahnen befunden. Und überhaupt, als er später bei Tante Marianne aufwuchs, hatte es ihm an nichts gefehlt. Wieso sollte er also psychisch gestört sein? Er war zu dem Schluß gekommen, das Nadja ihm mit ihrem Auftritt nur Schuldgefühle machen wollte. Sie war überempfindlich und damit war die Sache für ihn gegessen. Bis vor einigen Wochen, als er das Bild erhielt. Da begann er sich wieder zu erinnern. Seit dem war auch sein Verbrauch an Rheinwasser, so nannten sie den Whiskey seit einer durchzechten Nacht letzte Woche, stark gestiegen. "Liebe Tante Marianne - gemeine, egoistische Nadja", dachte er in seinem Whiskey umnebelten Hirn, "was habt ihr nur mit mir gemacht ?" "Blues und Whiskey und Frauen", dachte er und bemerkte, das das Radio "Sex & Drugs & Rock'n'Roll" spielte. Er sah sich um. Er saß in einer herunter gekommenen Kneipe, in der es aber ganz besonderes Rheinwasser gab. Plötzlich stand Harry neben ihm und sagte: "Hier bist du ! Ich suche dich seit Stunden !" David sah auf: "Wie, seit Stunden ?" Fragte er und sah zur Uhr an der Wand. Es war halb fünf morgens. David sah Harry ungläubig an. Was war geschehen ? Er wollte nur pinkeln - und jetzt, vier Stunden später - fand er sich in dieser Kneipe und konnte sich an nichts erinnern...

Sep 28, 1997
alex
... an nichts ? - Doch jetzt fiel es ihm wieder ein. Er hatte Nadja gesehen, er hatte alles nochmal durchgemacht und diese Worte waren wieder da. Diese Worte, die sie als letztes sagte, die sich wie ein Wurm durch seine letzten lebenden Zellen seines Hirnes zu fressen schienen. David starrte immer noch Harry an. "Ich habe Nadja gesehen, ... Harry ..., ich habe sie gesehen." David nahm einen kräftigen Schluck aus dem Glas. "Mmmhh ... irgendwie ist dieses Rheinwasser nicht so besonders", murmelt David vor sich hin, als er das Glas wieder abstellt. Langsam bannt sich der Alkohol den Weg durch Davids Körper, er merkt richtig, wie er sein Blut verdünnt und durch die Adern sich in Richtung seiner letzten Hirnzellen bewegt, um gegen diese einen mächtigen Kampf zu führen, mächtiger als die Schlacht von Waterloo. "Ach ist doch egal ...", dachte sich David, "Worte vergehen und auserdem ist Harry hier." David wendet seinen Blick von dem Glas ab und dreht sich nach Harry um. Seine Gesichtszüge nahmen eine verwirrte Struktur an. Er schaute in eine verqualmte Kneipe, in eine Leere, die von Nebel durchzogen war. Nur wo war Harry, wo war er geblieben ?

Oct 21, 1997
roxy
...still schweigend saß Harry auf dem Bürgersteig und dachte an die Worte, die David ihm eben gesagt hatte. "Ich habe Nadja gesehen", "Nadja denkt sich Harry, was ist schon Nadja gegen Susanne !". Sie war die, die ihm den Kopf verdreht hatte, sie war die, die ihn alles, wirklich alles gezeigt hatte, was nur eine Frau einem Mann zeigen konnte. Aber Nadja, was hat David schon mit ihr erlebt, ich weiß es nicht und ich kann es nur erfahren wenn ich ihn frage, wenn ich sie mit Susanne vergleiche. Ach währe es schön, wenn sie jetzt neben mir säße, wenn ich sie in meinen Arm nehmen könnte, über ihre zarte Haut streichel könnte, ihre sanften Konturen an meinem Körper spüren könnte. Wie ein Hologram steht plötzlich Susanne vor Harry und sagt: "Hallo Harry, schön das du auch hier bist."